Jeden Montag schnuppern drei Kinder der Nürnberger Kita vier elemente SpielRaum Schulluft: Aus ihrer Einrichtung im Stadtteil Eberhardshof geht es zur Friedrich-Wanderer-Grundschule. Für Vorschulkinder mit Deutsch als Zweitsprache gibt es in Bayern seit 25 Jahren Vorkurse. Dabei vertiefen die Kinder in mittlerweile insgesamt 240 Stunden ihre Sprachkenntnisse.
Für die teilnehmenden Kinder der von der Gesellschaft zur Förderung beruflicher und sozialer Integration (gfi) getragenen Kita ist der Vorkurs montags ab 10.30 Uhr für eineinhalb Stunden. Eigentlich sind ihre Eltern verpflichtet, die Kinder dorthin zu bringen und abzuholen: Bei einem Zeitraum mitten am Tag ist das für viele schwer umsetzbar. “Uns ist wichtig, dass die Kinder am Kurs teilnehmen können, aber auch die Eltern ihrer Arbeit oder Ausbildung oder ihrem eigenen Deutschkurs nicht fernbleiben müssen”, erklärt Kitaleiterin Carola Nachtwey. Und deshalb übernimmt die Sprachfachkraft der Einrichtung den Weg mit den Kindern.
Spielerisch Deutsch und den Schulweg üben
Eineinhalb Kilometer sind es bis zur Grundschule. Ein Weg, den die Bald-Schüler*innen gut zu Fuß gehen können. Dabei üben sie gleich, was für den späteren Schulweg wichtig ist: Zum Beispiel wie sie die Straße sicher überqueren. Auch eine Station U-Bahn-Fahrt auf dem Rückweg schult die Kinder in ihrer sicheren Bewegung im Verkehr. Außerdem wird ausgiebig geplaudert – über’s Wochenende, Wetter oder spannende Entdeckungen auf dem Weg. Das stärkt die Bindung zum Kitapersonal und fördert schon unterwegs die Sprachentwicklung.
Neben dem aufregenden Ausflug zur Schule ist auch der spielerische Unterricht beliebt. An Fasching zum Beispiel bastelten die Kinder Hüte und tanzten mit der Vorkurs-Lehrkraft. Und übten nebenbei fleißig Deutsch. Für die Kinder ist der Vorkurs ein Höhepunkt in der Woche. Der nun hoffentlich wieder verlässlicher stattfindet: In den Winterwochen musste der Deutschunterricht häufig ausfallen – wegen Eis und Schnee, kranker Kinder oder kranken Personals.