Was ist denn da los in der Kinderwiese in Gunzenhausen? Erst die Feuerwehr, dann die Polizei und jetzt auch noch der Rettungswagen? Aber keine Sorge, den Ein- bis Dreijährigen in der gfi-Großtagespflege geht es prächtig. Statt Tränen schallt Peter, dem Feuerwehrmann, ein lustiges Liedchen entgegen: „Sollt es brennen, brennen, heißt es rennen rennen. Mit den Schläuchen, Schläuchen vor den Bäuchen, Bäuchen...“ Großtagespflegeleiterin Katharina Münich greift beschwingt in ihre Gitarrensaiten und freut sich: Die im Januar gestartete Aktion funktioniert richtig gut. Peter ist mit seinem Löschfahrzeug vorgefahren und hat jetzt die volle Aufmerksamkeit der Kleinen, die hinein ins Fahrzeug krabbeln und alles mit großen Augen erkunden.
„Wir beschäftigen uns auch schon mit wichtigen Sachthemen, zum Beispiel, wie funktioniert mein Körper – und wie die Stadt, in der wir leben? Da ist uns die Idee gekommen, verschiedene Menschen aus Gunzenhausen mit verschiedenen Berufen zu uns einzuladen“, erzählt die Erzieherin. Nach dem Besuch der Feuerwehr war die Polizei im Februar da und im März kommt jemand vom Rettungsdienst.
„Es wird aber nicht bei den Blaulichtberufen bleiben. Uns geht es darum, insgesamt greifbar zu machen, was es alles braucht, um eine Stadt am Laufen zu halten. Und da gibt es ja ganz viele unterschiedliche Dinge.“ Zwei Wochen lang bereiten Katharina und ihre Kolleginnen die Kinder jeweils auf den Besuch vor, sprechen über Aufgaben im Beruf, über Werkzeuge und Situationen, in denen die jeweilige Profession gefragt ist. Zudem studieren sie ein Lied und Fingerspiel ein, das thematisch passt und selbst schon eine spannende, kleinkindgerechte Geschichte erzählt.
Eingebettet ist die Aktion, die die gfi-Mitarbeiterinnen „Rund herum in unserer Stadt“ nennen, in eine umfassendere, anschauliche Rahmenhandlung, damit die Kleinen den Faden nicht verlieren und den größeren Zusammenhang verstehen. „Eines Tages lag da ein ominöses Paket vor unserer Tür. Wir waren uns aber sicher, dass dies nicht uns gehört. Also haben wir eine große Suchaktion gestartet und laden jetzt Leute zu uns ein, für die das Paket vielleicht gedacht war. Aber weder die Feuerwehr, noch die Polizei, noch der Rettungsdienst, waren wohl die richtigen Adressaten. Vielleicht gehört es ja dem Tierarzt, der demnächst kommt?“, sagt Katharina mit einem Augenzwinkern. Es bleibt also spannend bis zu den Sommerferien.