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Es gibt nicht einen Osterhasen …

… sondern 130! Das haben unsere Kolleginnen der Mittagsbetreuung jetzt festgestellt. Und die Kinder können es kaum erwarten, bis ihre selbstgebastelten Hasen endlich mit ihnen nach Hause hoppeln dürfen.

Es gibt nicht einen Osterhasen …

Ein paar Kinder rutschen auf Matten durch den Bewegungsraum, drei andere haben sich für ein Kickerspiel zusammengefunden. Auch im Legoraum wird gebaut – aber die wahre Action findet an diesem Mittwoch Anfang März im Bastelzimmer statt. 
 
130 Kinder sind derzeit bei uns in der Mittagsbetreuung angemeldet – und exakt so viele Hasen braucht es auch bis zu den Osterferien. Schon vor Weihnachten hat das Team der Mittagsbetreuung die Ärmel hochgekrempelt und gemeinsam mit den Kindern 130 Adventskalender gebastelt. Damit alle Mädchen und Jungen was haben, das sie stolz mit nach Hause nehmen können.  
 
Im 2. Stock unserer Grundschule tummeln sich mittlerweile die ersten Mädchen um den Basteltisch. Wie wohl aus Putztüchern, Gummis und Bommeln Hasen werden? Die Betreuerinnen machen es Schritt für Schritt vor. „Erst das Tuch zur Mitte falten“, heißt es, „dann nochmal falten. Das Ei kommt genau in die Mitte, schaut mal, so.“ In dem Plastikei befindet sich bereits eine Osterüberraschung, eine kleine Süßigkeit, die aber erst schlüpfen darf, wenn Ostern ist. Klar? Klar! Na dann weiter: „Den Gummi zweimal herumwickeln. So. Und schaut, dass er exakt übereinanderliegt.“ Die Mädchen sind fleißig dabei, und wenn mal was nicht so klappt, helfen die Betreuerinnen. Die Klebepistole für Bommel, Nase und Blumen bleibt lieber in Betreuerinnenhand – sicher ist sicher.  

Ein herzliches Miteinander  

Das Team unserer Mittagsbetreuung besteht aus zehn Personen. Da muss man sich aufeinander verlassen können, damit das mit 130 Kindern klappt. Aber das tut es. Die Stimmung ist gut, der Ton untereinander herzlich. Man schaut aufeinander und alle fühlen sich hier wohl.  
 
Die Mittagsbetreuung unterscheidet sich in einigen Punkten von unserem kooperativen Ganztag. Es gibt keine fixen Angebote, keine AGs. Die Kinder entscheiden nach Lust und Laune, ob sie lieber spielen oder sich zurückziehen wollen. Und die Betreuerinnen achten in den jeweiligen Spielräumen darauf, dass nichts passiert, empfangen die Kinder nach dem Unterricht und Essen an der Empfangstheke und haben überhaupt ein offenes Ohr für alle ihre Schützlinge.  
 
Die Schichten beginnen um 11.15 Uhr und gehen bis maximal 16.30 Uhr. Die Aufgaben verteilen sich auf verschiedene Bereiche: Zwei Kolleginnen helfen in den Restaurants, dann gibt es die, die die Hausaufgabenbetreuung übernehmen. Und im Anschluss daran braucht es Aufsichten für die Spielräume. Wobei sogar das Bewegungszimmer jetzt, im Frühling, schon weniger gefragt ist als noch im Winter. „Wann dürfen wir raus?“, will etwa ein Junge wissen, dessen Augen schon vor Fußballfieber glänzen. „Um 13 Uhr“, erklärt die Betreuerin geduldig, „noch etwa zwanzig Minuten.“ Nämlich dann, wenn der Unterricht für alle endet und die anderen Kinder nicht durch Lärm beim Lernen gestört werden.  

Hase für Hase für Hase für …

Nach gut einer Stunde ist die Spannung im Bastelzimmer deutlich gestiegen. Die Box mit den schillernden Blumen ist umgekippt, aber das Chaos schnell beseitigt. „Darf ich auch einen Hasen basteln?“, fragen die Kinder, die hereinstürmen. „Erst, wenn wieder Platz am Tisch ist“, sagt eine Erstklässlerin. Das dauert ein bisschen, denn es müssen schwierige Entscheidungen getroffen werden: Welche Farbe soll das Hasenschwänzchen haben? Und welche Schnur passt am besten? Und darf man ausnahmsweise auch zwei oder drei Blumen auf die Ohren kleben? Alles wird von den Betreuerinnen geduldig ausgeführt, erklärt, beantwortet. Auch die Frage, die bestimmt schon mehrmals gestellt wurde: „Dürfen wir die mit nach Hause nehmen?“ – „Ja. Aber erst an Ostern.“  
 
Wer fertig gebastelt hat, streicht seinen Namen auf der Namensliste an. Die Osterhasen – versehen mit einem Namensschild – wandern auf die Fensterbank. Die bunten Häschen werden immer mehr, genau wie die Spuren von Kleber an den Fingern der Betreuerinnen. Und doch sehen alle ziemlich zufrieden aus. Genau wie die Kinder. Bei dieser Herzlichkeit, Geduld und guten Laune des Teams – kein Wunder. 

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