Mit einer einfachen Handbewegung holt Laura Wellnhammer den Bildschirm nah an ihr Gesicht heran. Seit Anfang der Woche hat sie den extra-großen Monitor mit praktischem Schwenkarm. „Das ist so eine große Erleichterung“, freut sich die Sozialpädagogin, die mit einer angeborenen Sehbehinderung lebt. „Wenn man nicht mehr so gekrümmt am Schreibtisch sitzen muss, nach vorne gebeugt, verkrampft, ist das schon eine erhebliche Erleichterung. Ich hatte wirklich sehr oft ganz schlimme Nackenschmerzen.“
Seit letztem Jahr arbeitet Laura bei der gfi in Erlangen. Sie ist mitverantwortlich für die Organisation der Mittagsbetreuung an Schulen in Frauenaurach und Herzogenaurach. Die meiste Arbeit erledigt sie am Schreibtisch. Zusätzlich zu ihrem neuen Monitor mit Schwenkarm nutzt sie jetzt auch einen speziellen Laptop und eine Dokumentenkamera. Sie vergrößert für Laura Briefe und zeigt sie auf einem Bildschirm an.
Arbeitsagentur übernimmt Kosten
„Ich hab’ mich mein ganzes Leben lang ohne Hilfen durchgeboxt. Schule, Studium, meine ersten Jobs – irgendwie bin ich nie auf die Idee gekommen, mir Hilfsmittel zu organisieren. Ich stehe zu meiner Behinderung, gehe offen damit um, aber manchmal denke ich einfach, ich fühle mich einfach zu normal, um Hilfe in Anspruch zu nehmen“, erzählt sie und ist unglaublich froh, dass sie der hauptamtliche Schwerbehindertenvertreter der bbw-Gruppe Mittelfranken, Victor Max, dazu gebracht hat, die Geräte bei der Agentur für Arbeit zu beantragen.
Die Arbeitsagentur übernimmt die Kosten für Hilfsmittel, wenn sie nötig sind, um trotz gesundheitlicher Einschränkungen arbeiten zu können. Grundlage dafür ist das SGB IX zur Teilhabe am Arbeitsleben. Ob das im Einzelfall zutrifft, wird geprüft – abhängig davon, welche Einschränkung vorliegt, welche Tätigkeit ausgeübt wird und ob es keine zumutbare Alternative gibt.
Kompliment an Schwerbehindertenvertreter
„Victor ist sofort nach meinem Start bei der gfi auf mich zugekommen und hat mich zu sich ins Büro eingeladen. Er wollte mir zeigen, was heute technologisch so alles möglich ist“, erzählt die Sozialpädagogin. „Das hat mir sehr geholfen, wirklich großes Kompliment an Victor!“ Kolleg*innen mit einer Behinderung empfiehlt sie, auf jeden Fall Hilfe anzunehmen. Gut sechs Monate hat es von der Beantragung bis zur Lieferung gedauert. „Jetzt ist alles da und ich bin unglaublich froh!“