Clemens, zunächst einmal herzlichen Glückwunsch zur neuen Position. Wie fühlt man sich als frischgebackener Chef?
Clemens (lacht): Ich freue mich riesig darauf, Verantwortung zu übernehmen. Neue Bereiche kennenzulernen, frische Einblicke zu erhalten, unser Netzwerk weiter auszubauen und zu pflegen. Primär bin ich aber vor allem gespannt, was jetzt auf mich zukommt.
Als Chef hast du das jetzt selbst in der Hand...
Clemens: So stellen sich das meine Kinder auch vor. Die haben sich riesig gefreut, dass ihr Vater jetzt „Boss“ ist und wir jetzt reich werden... NICHT (lacht nochmal). Spaß beiseite. Meine drei Kinder, die Zwillinge sind fast 16 und der „Kleine“ ist 12 Jahre alt, sind jetzt in einem Alter, indem sie ihren Papa nicht mehr jeden Nachmittag zuhause brauchen. Deshalb wage ich jetzt diesen Schritt, mit dem Wissen, dass mit der neuen Position auch längere Arbeitstage auf mich zukommen werden. Für den Beginn ist relativ sicher, dass es ein höheres Pensum bedeutet...
Du wirst dir die Stelle mit der bisherigen Stellvertretung Amata Zahn teilen. Kann das funktionieren?
Clemens: In jedem Fall. Genau deshalb habe ich mich beworben. Aus meiner Sicht war die Aufgabe für eine Person einfach viel zu groß. Außerdem ergänzen wir uns sehr gut. Ich bringe Erfahrungen aus dem ländlichen Raum mit, der ja anders tickt als eine Großstadt wie Nürnberg. In die Quere kommen wir uns so oder so nicht. Wir werden eine klare Aufgabenteilung haben. Amata kann sich ganz auf die Ausweitung unserer gfi-Angebote konzentrieren und ich werde für die Bildungs- und Betreuungsangebote an Schulen in Mittelfranken verantwortlich sein. Hier bringe ich viel praktische Erfahrung mit.
Heißt...?
Clemens: Seit neun Jahren bin ich bei der gfi. Ich habe als sozialpädagogischer Betreuer für unsere Schulen im Landkreis Neustadt/ Aisch-Bad Windsheim angefangen, bin dann Schritt für Schritt tiefer in die Organisation unserer Bildungs- und Betreuungsangebote eingestiegen, also in unsere Angebote in den Bereichen offener Ganztag, Mittagsbetreuung und Schulbegleitung für Kinder mit Förderbedarf. Zuletzt war ich Gesamtkoordinator für den Bereich im westlichen Mittelfranken. Dabei war ich immer in enger Abstimmung mit den Schulen und den Kommunen als Träger der Schulen. Letzteres wird sich jetzt intensivieren, während der Kontakt zu den Menschen in den Schulen zurückgehen wird. Wie es mir damit geht, weiß ich noch nicht. Ich hoffe, dass ich den Kontakt zu den Schulteams nicht ganz verliere.
Was wirst du denn als erstes angehen?
Clemens: Wir haben ja eine Fusion hinter uns, aus zwei Standorten Westmittelfranken und Nürnberg ist ein großer „Mittelfranken“ geworden. Vieles ist schon gut zusammengewachsen. Die strategische Ebene, die Ebene der Koordination, das funktioniert gut. Aber in unserem Bereich, den wir Teilkoordination nennen, das sind die Teams, die die Angebote konkret für die Schulen planen, sind wir noch nicht so gut abgestimmt. Da wird viel parallel nebeneinander, nicht miteinander, sondern doppelt gearbeitet. Es bleiben viele Synergien liegen. Das will ich ändern. Ich möchte anregen, dass sich die Teams aus Nürnberg und dem westlichen Mittelfranken gut kennenlernen, damit klar ist, wie jeweils gearbeitet wird, wo Kompetenzen sind. Vor allem mit dem Ziel Hemmschwellen zu senken, mal jemanden anzurufen, um auf dem kurzen, direkten Weg Dinge zu besprechen und Lösungen zu finden.
Danke fürs nette Gespräch und viel Erfolg für deine neue Aufgabe!