Hochmotiviert steht unsere Koch-AG verteilt an drei Tischen in der Küche im 2. Stock. Noch drei Tage sind es bis zur Weihnachtsfeier an unserer Grundschule. Plätzchen dürfen da auf keinen Fall fehlen. Also wird an diesem Dienstag ausnahmsweise kein Rezept aus einem anderen Land gekocht, sondern Teig geknetet.
Schüsseln, Löffel und Küchenwaagen sind schnell organisiert. Doch: Wo ist das Rezept geblieben? Ah, da, auf der Küchenablage. Die Betreuerin hat zwei Rezepte herausgesucht: Schokoplätzchen und Vanillekipferl. Schnell steht fest, welches Team was backen will. Und dann geht’s auch schon los. Die Rezepte werden Schritt für Schritt gelesen, hochkonzentriert Mehl und Zucker abgewogen. „Das sind fünf Gramm zu viel!“, ruft ein Mädchen aufgeregt an ihrem Tisch. Die Backpartnerin taucht den Löffel in die Schüssel, holt Mehl heraus. Blick auf die Waage. Teig gerettet!
Wenn Backen zum Experiment wird
Sobald alle Zutaten in den Schüsseln sind, schallt die wichtigste Frage durch den Raum: „Wie viele Kinder dürfen kneten?“ Acht Hände tauchen in die weiße Schüssel, Teigklumpen purzeln auf den Tisch. Die Kinder sehen schnell ein: Wenn nur einer knetet, geht’s besser.
Während die fertigen Teige zu Schlangen geformt und in Frischhaltefolie eingewickelt im Kühlschrank lagern, singt jemand leise: „In der Weihnachtsbäckerei“. Jetzt müssen die Tische gewischt werden, denn erst dann gibt die Betreuerin die Bleche frei. Eifrig schneiden die Kinder Schokoscheiben von den Schlangen ab und formen Vanillekipferl. Und weil eine Küche ja fast ein Labor ist, erfinden die Kinder mit dem Rest Schokoplätzchenteig noch eine dritte Sorte: Schoko-Vanillekipferl!
Während der Ofen freundlich orangefarben leuchtet und sich um die Plätzchen kümmert, wird an den Tischen bereits geträumt. „Wie die Plätzchen wohl schmecken?“, fragen sich ein paar Schülerinnen.
Der Duft, der durch die Küche zieht, lässt ahnen: mit Sicherheit nach mehr.